Arbeitsgesetz: der Sonntag muss geschützt bleiben!

Die Sonntagsallianz veröffentlicht heute ihre Antwort zur Vernehmlassung über den Vorentwurf des Gesetzes betreffend Initiative Graber. Die Allianz ist entschieden gegen eine Aufweichung der Sonntagsruhe im Arbeitsgesetz. Die neuen Ausnahmen zum Verbot der Sonntagsarbeit für leitende Arbeitnehmer/innen, Projektverantwortliche und Fachspezialist/ien sind völlig überrissen. Sie würden eine Ausweitung der Sonntagsarbeit auf 40% der Bevölkerung ermöglichen und wären von den Arbeitsmarktbehörden nicht kontrollierbar. Zudem wurden die Folgen für die Gesundheit der Arbeitnehmenden, für Familien und die gesamte Gesellschaft nicht geklärt. Die Sonntagsruhe ist unentbehrlich und muss geschützt werden.
Die Sonntagsallianz veröffentlicht heute ihre Antwort auf den Gesetzvorentwurf zur Initiative Graber, der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats.. Der Text möchte die Arbeitszeit flexibilisieren und durch Abschaffung der Arbeitszeiterfassung ein Jahresarbeitszeitmodell einführen. Die direkte Folge davon ist, dass Massnahmen zum Gesundheitsschutz der Arbeitnehmenden abgeschafft und die Sonntagsarbeitszeit für viele Beschäftigte ausgeweitet wird. Ein solcher Abbau ist für unser Organisationsbündnis inakzeptabel.

Eine umfassende Ausweitung der Sonntagsarbeit

Die Sonntagsallianz verurteilt dieses Projekt, das es erlauben könnte, 40% der aktiven Bevölkerung zur Sonntagsarbeit anzuhalten oder gar dazu zu zwingen. Die Kommission sieht vor, dass diese Bestimmungen auf alle Fachspezialist/innen (Projektverantwortliche, autonome Arbeit) oder leitende Arbeitnehmer/innen (selbst mit nur einem/einer Untergebenen…) angewendet werden können, und dies ohne jegliche vorgängige Bewilligung und wirtschaftliche Notwendigkeit. Der Sonntag, als für die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung arbeitsfreier Tag, wird durch diese Vorlage frontal angegriffen.

Unkontrollierbare Bestimmungen

Neben der sehr vagen Definition der betroffenen Arbeitnehmenden ist auch die Behauptung des Vorentwurfs problematisch, die Sonntagsarbeit werde nur auf freiwilliger Basis erfolgen. Eine solche Bestimmung erweist sich als unkontrollierbar, und bei Anstellungen würde sofort unterschieden zwischen Arbeitskräften, die die Sonntagsarbeit akzeptieren, und solchen, die das nicht tun.. Da für die Einzelheiten auf die Verordnung verwiesen wird, erlaubt der Vorentwurf eine unkontrollierbare Ausweitung der Sonntagsarbeitszeit und würde in Zukunft jegliche demokratische Kontrolle aufheben.

Der Sonntag – Zeit für gemeinschaftliches Leben

Da der Sonntag für das Sozialleben, für die Ausübung religiöser, gesellschaftlicher und familiärer Tätigkeiten und den Gesundheitsschutz jeder und jedes Einzelnen entscheidend ist, tritt die Sonntagsallianz für die Beibehaltung der Sonntagsruhe ein.

Weitere Informationen:

Die Sonntagsallianz ist ein Zusammenschluss aus Kirchen, Organisationen der Arbeitsmedizin, Familienschutzverbänden, Parteien und Gewerkschaften.
Alle Mitglieder der Sonntagsallianz…

Für weitere Auskünfte:

  • Wolfgang Bürgstein, Generalsekretär von Justitia et Pax, 078 824 44 18.
  • Anne Durrer, Generalsekretärin von AGCK, 031 370 25 01.
  • Matthias Felder, Wissenschaftlicher Assistent, Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund SEK, 031 370 25 22
  • Klaus Stadtmüller, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Arbeitsmedizin, 079 237 97 10
  • Lieselotte Fueter, Co-Präsidentin der Evangelische Frauen Schweiz (EFS), 079 302 45 35
  • Arno Kerst, Präsident der Gewerkschaft Syna, 079 598 67 70.
  • Vania Alleva, Präsidentin der Gewerkschaft Unia, 079 620 11 14.

Sonntagsruhe nicht schwächen!

31. Januar 2018 – Die Sonntagsallianz lehnt die Ausdehnung der Sonntagsarbeit durch die parlamentarische Initiativen Burkart und Graber ab.
An der heutigen Mitgliederversammlung hat die Sonntagsallianz die Vorstösse von Nationalrat Burkart und Graber abgelehnt, weil diese die Sonntagsarbeit einführen und bzw. vereinfachen würden. » weiter…

Kein Ausbau der Sonntagsarbeit über die Hintertüre !

20160819_7tageDie Wirtschaftskommission des Ständerats (WAK-S) hat entschieden, der Parlamentarische Initiative Graber (16.414) zuzustimmen. Der Vorstoss will für bestimmte Branchen die Sonntagsarbeit einführen, dies unter dem Deckmantel der Deregulierung im Bereich des Arbeitsgesetzes zur Anpassung an „moderne Arbeitsweisen“. Dies ist für die Sonntagsallianz inakzeptabel. » weiter…

Sonntagsallianz zeigt dem Gelben Riesen die rote Karte: Keine Paketauslieferung am Sonntag

IMG_1434Die Sonntagsallianz kritisiert die Pläne der Post, künftig auch am Sonntag Pakete der Online-Händler auszuliefern. Dieses Projekt unterläuft das Gesetz und bereitet die Grundlage für eine generelle Ausweitung der Ladenöffnungszeiten am Sonntag. Der Sonntag ist jedoch aus gesellschaftlichem Gesamtinteresse für die Familie, den sozialen Austausch und kirchliche Veranstaltungen frei zu halten. Deshalb muss der Bundesrat einschreiten.» weiter…

Sonntag schützen – Post teilen!

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3. März 2015 – Zum europäischen Tag des arbeitsfreien Sonntags am 3. März ruft die Sonntagsallianz dazu auf, den Sonntag zu schützen und diese Botschaft weiter zu verbreiten. Der Bundesrat hat am 18. Februar entschieden, in auf Touristen ausgerichteten Einkaufszentren Sonntagsarbeit zu erlauben. Aus Angst vor einem Referendum erliess der Bundesrat diese Aufweichung des Sonntagsarbeitsverbots per Verordnung.» weiter…

Bundesrat greift ohne Rechtsgrundlage die Sonntagsruhe an

Medienmitteilung vom 18. Februar 2015 – Die Sonntagsallianz missbilligt den Entscheid des Bundesrats aufs Schärfste, in Einkaufszentren, die auf den Tourismus ausgerichtet sind, Sonntagsarbeit zuzulassen. Der Beschluss ist gravierend, weil er dem Gesetz und der Verfassung widerspricht. Die Sonntagsallianz, in der sich rund dreissig Organisationen zur Verteidigung der Sonntagsruhe zusammengeschlossen haben, gelangt deshalb an den Bundesrat.» weiter…

Auch im Garden Center bleibt der Sonntag ein Ruhetag

November 2014 – Die Sonntagsallianz ist hoch erfreut über den Entscheid des Freiburger Kantonsgerichts, wonach die Sonntagsarbeit auch für Gärtnereien gilt. Der Entscheid macht deutlich, dass ein Geschäft überwiegend rasch verderbliche Ware – im Falle eines Garden Centers oder einer Gärtnerei also Schnittblumen – verkaufen muss, um Sonntagsarbeit zu rechtfertigen. Das zeigt: Die Gesetzesauslegung des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco), in der diese Bestimmung stark aufgeweicht wurde, geht weit über den heutigen Gesetzesrahmen hinaus.» weiter…

Sonntag bleibt in Randregionen geschützt

17. Juni 2014 – Die Sonntagsallianz ist erfreut, dass der Ständerat die Motion Buttet versenkt hat. Die Motion verlangte eine Liberalisierung der Sonntagsarbeit im Detailhandel der Randregionen. Im Gegensatz zum Nationalrat ist die kleine Kammer dem Bundesrat gefolgt und befand mit diesem, dass es bereits genügend Ausnahmen vom Sonntagsarbeitsverbot gibt.» weiter…