Sonntagsallianz: Breites Bündnis warnt vor gesundheitlichen und gesellschaftlichen Folgen der Ausdehnung von Sonntagsarbeit

Eine neue Studie im Auftrag der Sonntagsallianz zeigt: Die absolute Zahl der Arbeitnehmehmenden, die sonntags arbeiten nimmt zu. Frauen, Migrant:innen und prekär Beschäftigte sind überdurchschnittlich betroffen. Sonntagsarbeit kann ausserdem die Gesundheit und das Sozialleben erheblich beeinträchtigen – besonders bei strikt vorgegebenen Arbeitszeiten und geringen Gestaltungsspielräumen. 

In der Schweiz gilt grundsätzlich ein Verbot der Sonntagsarbeit – doch bereits heute existieren zahlreiche Ausnahmen. Neue politische Vorstösse drohen, dieses Verbot weiter aufzuweichen. Besonders im Detailhandel gerät der arbeitsfreie Sonntag zunehmend unter Druck. Die Sonntagsallianz setzt sich deshalb mit Nachdruck für den Schutz des arbeitsfreien Sonntags ein. Ihr Ziel: Den gesetzlich verankerten Sonntag als kollektiven Erholungs- und Schutzraum zu bewahren. Ausnahmen müssen Ausnahmen bleiben und sich auf notwendige Sonntagsarbeit beschränken

Neue Studie zeigt: Besonders verletzliche Gruppen sind betroffen

Um die Auswirkungen von Sonntagsarbeit wissenschaftlich zu beleuchten, hat die Sonntagsallianz, ein Zusammenschluss von Frauenverbänden, Gewerkschaften, politischen Parteien, Kirchen/kirchlichen Verbänden und der Schweizerischen Gesellschaft für Arbeitsmedizin, eine Studie beim Interdisziplinären Zentrum für Geschlechterforschung der Universität Bern (IZFG) in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse zeigen: Sonntagsarbeit gefährdet das physische, psychische und soziale Wohlbefinden – besonders bei geringen Gestaltungsmöglichkeiten bei der Arbeitszeit. Darunter leiden nicht nur die Beschäftigten selbst, sondern auch ihre Familien.

Die Ergebnisse der Studie sind:

  • Fremdbestimmte Sonntagsarbeit kann Gesundheit, Arbeitszufriedenheit und das Sozialleben beeinträchtigen. Familiäre Beziehungen, gesellschaftliches Engagement und die Vereinbarkeit von Beruf und Care-Arbeit leiden besonders.
  • Die gesundheitlichen Folgen reichen von Schlafstörungen über Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu Depressionen.
  • Frauen, junge Erwachsene und ältere Arbeitnehmende sind überdurchschnittlich betroffen.
  • Der Wegfall von Erholungsphasen am Wochenende erhöht das Risiko für emotionale Erschöpfung.
  • Soziale Rituale wie Gottesdienste oder Familientreffen werden durch Sonntagsarbeit stark eingeschränkt.
  • Die Arbeitszufriedenheit sinkt, wenn Beschäftigte keine Kontrolle über ihre Arbeitszeit haben.
  • Sonntagsarbeit verstärkt soziale Ungleichheiten. Besonders betroffen sind jene Arbeitnehmenden, die ohnehin wenig Schutz und Mitbestimmung erfahren.

Ein Bündnis für den Schutz des Sonntags

Die Sonntagsallianz stellt sich entschieden gegen Vorlagen wie die Standesinitiative für zwölf statt vier bewilligungsfreie Sonntagsverkäufe oder die parlamentarische Initiative Burkart zur Telearbeit, die zusätzliche Personenkreise mit mehr angeordneter Sonntagsarbeiten konfrontieren würde. Denn Sonntagsarbeit ist nicht nur gesundheitsschädlich und sozial belastend – sie gefährdet auch demokratische Teilhabe.

Ein Appell an Politik und Gesellschaft

Für die Sonntagsallianz ist klar: Es braucht eine wöchentliche Auszeit von den stetig wachsenden Anforderungen des Arbeitslebens und der Sonntag ist auch ein Mehrwert für die Gesundheit, um sich zu erholen und Kraft für die kommende Woche zu tanken. Der Sonntag ist in unserer Gesellschaft grundsätzlich als gesetzlich geschützter arbeitsfreier Tag verankert. Gerade in unserer pluralen Gesellschaft ist der Sonntag ein einigender, gemeinsamer Tag der Ruhe und des Zusammenkommens: sei es aus religiösen, kulturellen oder ganz praktischen Gründen. Der «freie Sonntag» ist ein Eckpfeiler des familiären, sozialen, sportlichen, spirituellen und kulturellen Lebens. Die Erwerbsarbeit soll deshalb an diesem Tag auf berufliche Tätigkeiten beschränkt bleiben, die für die Gesellschaft unerlässlich sind. Die Sonntagsallianz ruft Politik und Gesellschaft dazu auf, den Sonntag nicht kurzfristigen Wirtschaftsinteressen zu opfern. Der arbeitsfreie Sonntag ist ein gemeinschaftliches Gut – und verdient unseren Schutz.

Für die Sonntagsallianz stehen zur Verfügung:

  • Dr. med. Klaus Stadtmüller, Arzt für Arbeitsmedizin, Co-Präsident Schweizerische Gesellschaft für Arbeitsmedizin, kstadt@kfanet.ch
  • Pfrn. Rita Famos, Präsidentin Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (Kontakt Stephan Jütte, Leiter Kommunikation EKS, Stephan.Juette@evref.ch, 078 674 34 32)
  • Dr. Florence Quinche, Leiterin Dienststelle Ethik & Gesellschaft, Schweizerische Bischofskonferenz/Römisch-Katholische Zentralkonferenz/Fastenaktion, 076 822 34 47
  • Yvonne Feri, Präsidentin femmes protestantes, 079 781 20 43
  • Vania Alleva, Vizepräsidentin SGB, 079 620 11 14
  • Adrian Wüthrich, Präsident Travail Suisse, 079 287 04 93

Informationen zur Studie:

  • Dr. Christine Bigler, Studienleiterin «Auswirkungen von Sonntagsarbeit», Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung, Universität Bern, 031 684 52 34

Kontakt Sonntagsallianz:

  • Leena Schmitter, Koordination Sonntagsallianz/Co-Leiterin Detailhandel Unia, leena.schmitter@unia.ch, 079 480 13 08

Stellungnahme Standesinitiative Zürich: «Zeitlich befristete Flexibilisierung der Ladenöffnungszeiten»

Die Sonntagsallianz macht sich stark für einen möglichst arbeitsfreien Sonntag. Die Standesinitiative des Kantons Zürich, über die die WAK-N am 20. Januar 2025 beraten wird, will genau das Gegenteil: die Anzahl bewilligungsfreie Sonntage weiter erhöhen. Das können wir nicht unterstützen.

Die Sonntagsallianz bittet die Kommission mit Nachdruck, das Geschäft abzulehnen und damit den Entscheid der WAK-S vom 21.10.2024 zu korrigieren.

Zunächst zum Titel der Pa. Iv. – dieser ist höchst irreführend: Es geht den Initiant:innen keineswegs um eine «zeitliche Befristung», sondern die Initiative sieht vor, die heute vier bewilligungsfreien Sonntagesverkäufe schweizweit auf mindestens zwölf zu erhöhen. Das heisst: Sie entscheiden über eine massive Ausweitung der Sonntagsarbeit! Ein Anliegen, dem übrigens erst vor drei Jahren eine Absage erteilt wurde (Antrag Noser im Covid-Gesetz).

Der Sonntag ist in unserer Gesellschaft grundsätzlich als gesetzlich geschützter arbeitsfreier Tag verankert. Gerade in unserer pluralen Gesellschaft ist der Sonntag ein einigender, gemeinsamer Tag der Ruhe und des Zusammenkommens: sei es aus religiösen, kulturellen oder ganz praktischen Gründen. Der «freie Sonntag» ist ein Eckpfeiler des familiären, sozialen, sportlichen, spirituellen und kulturellen Lebens. Die Erwerbsarbeit soll deshalb an diesem Tag auf berufliche Tätigkeiten beschränkt bleiben, die für die Gesellschaft unerlässlich sind. Im Namen oft widersprüchlicher und partikulärer wirtschaftlicher Interessen wird er allerdings immer wieder in Frage gestellt. So auch jetzt.

Für die Sonntagsallianz ist klar: Es braucht eine wöchentliche Auszeit von den stetig wachsenden Anforderungen des Arbeitslebens. Der Sonntag ist auch ein Mehrwert für die Gesundheit, um sich zu erholen und Kraft für die kommende Woche zu tanken. Zahlreiche Studien belegen die Bedeutung eines regelmässigen Lebensrhythmus mit abwechselnden Arbeits- und Ruhezeiten für die körperliche und für die geistige Gesundheit. Fällt der Sonntag als arbeitsfreier Tag weg, leidet die Gesundheit. Muskulatur- und Gelenkschmerzen gehören bei vielen Verkäufer:innen (und dazu gehörenden Berufen) leider zum Alltag. Oft sind sie auch mit psychischen Problemen konfrontiert, weil ihre Arbeit nicht wertgeschätzt wird. Die Arbeitsmedizin zeigt: Wer über viele Jahre in einem prekären Job arbeitet, wird mit grösserer Wahrscheinlichkeit krank; mehr Sonntagsarbeit verschärft diese Entwicklung.

Der Sonntag ist für viele Menschen in der Schweiz ein Tag gemeinsamer Erholung sowie der Pflege sozialer Kontakte und religiös-kirchlicher Traditionen. Dieser «Wert» des Sonntages muss erhalten bleiben. Wird das Sonntagsarbeitsverbot weiter ausgehöhlt, leidet der gesellschaftliche Zusammenhalt, ein weitgehend einheitlicher gesellschaftlicher Wochenrhythmus erodiert.

Im Arbeitsgesetz (ArG) sind Sonntagsverkäufe ausserdem von ratio legis her vorgesehen, da ursprünglich die Idee war, den Konsumentinnen und Konsumenten vor Feiertagen wie Weihnachten – während der Adventszeit – die Möglichkeit zu geben, Geschenke zu kaufen. Diese Regelung beschränkt sich heute auf vier Sonntage. Nun jedoch wird vorgeschlagen, diese „Advents-“ oder „Weihnachtsverkäufe“ auf drei Monate auszudehnen. Eine derartige Ausweitung ist nicht nur völlig unverhältnismässig, sondern geradezu zynisch, da sie die ursprüngliche Ausnahmebestimmung ad absurdum führt. «Drei Monate Adventsverkäufe» könnte die Vorlage also heissen.

Im Kern des Arbeitsgesetzes liegt der Gesundheitsschutz und das soll so bleiben. Die Sonntagsallianz ist überzeugt, dass die Sonntagsruhe für die Gesamtgesellschaft erhalten bleiben muss und die Sonntagsarbeit nur in begründeten Ausnahmefällen erlaubt sein darf – so wie es heute der Fall ist.

Stellungnahme: Standesinitiative ZH «Zeitlich befristete Flexibilisierung der Ladenöffnungszeiten» & Mo. Nantermod «Arbeitsrecht. Lokalen Geschäften erlauben, sonntags zu öffnen»

Zunächst zur «Kt. Iv. ZH: Zeitlich befristete Flexibilisierung der Ladenöffnungszeiten»: Der Titel der Pa. Iv.  ist höchst irreführend: Es geht den Initiant:innen keineswegs um eine «zeitliche Befristung», sondern die Initiative sieht vor, die heute vier bewilligungsfreien Sonntagesverkäufe auf mindestens  zwölf zu erhöhen. Das heisst: Sie entscheiden über eine massive Ausweitung der Sonntagsarbeit. Ein Anliegen, dem übrigens erst vor drei Jahren eine Absage erteilt wurde (Antrag Noser im Covid-Gesetz). In der Motion Nantermod ist insbesondere die mangelnde Definition gefährlich: Es wird weder festgelegt, was «lokale Geschäfte» resp. «kleine Läden mit einer begrenzten Anzahl Mitarbeitenden» sind – ganz zu schweigen von einem Sortiment, das «dem eines Lebensmittelladens entspricht». Willkür sind Tür und Tor geöffnet.

Gerade eine pluralistische Gesellschaft braucht einen gemeinsamen Ruhetag!

Der Sonntag ist in unserer Gesellschaft als gesetzlich geschützter arbeitsfreier Tag verankert. Gerade in unserer pluralen Gesellschaft ist der Sonntag ein einigender, gemeinsamer Tag der Ruhe und des Zusammenkommens: sei es aus religiösen, kulturellen oder ganz praktischen Gründen. Der «freie Sonntag» ist ein Eckpfeiler des familiären, sozialen, sportlichen, spirituellen und kulturellen Lebens. Die Erwerbsarbeit soll deshalb an diesem Tag auf berufliche Tätigkeiten beschränkt bleiben, die für die Gesellschaft unerlässlich sind. Im Namen oft widersprüchlicher und partikulärer wirtschaftlicher Interessen wird er allerdings immer wieder in Frage gestellt. So auch mit den beiden erwähnten Vorstössen.

Für die Sonntagsallianz ist klar: Es braucht eine wöchentliche Auszeit von den stetig wachsenden Anforderungen des Arbeitslebens. Der Sonntag ist auch ein Mehrwert für die Gesundheit, um sich zu erholen und Kraft für die kommende Woche zu tanken. Zahlreiche Studien belegen die Bedeutung eines regelmässigen Lebensrhythmus mit abwechselnden Arbeits- und Ruhezeiten für die körperliche und für die geistige Gesundheit. Fällt der Sonntag als arbeitsfreier Tag weg, leidet die Gesundheit. Muskulatur- und Gelenkschmerzen gehören bei vielen Verkäufer:innen (und dazu gehörenden Berufen) leider zum Alltag. Oft sind sie auch mit psychischen Problemen konfrontiert, weil ihre Arbeit nicht wertgeschätzt wird. Die Arbeitsmedizin zeigt: Wer über viele Jahre in einem prekären Job arbeitet, wird mit grösserer Wahrscheinlichkeit krank; mehr Sonntagsarbeit verschärft diese Entwicklung.

Der Sonntag ist für viele Menschen in der Schweiz ein Tag gemeinsamer Erholung sowie der Pflege sozialer Kontakte und religiös-kirchlicher Traditionen. Dieser «Wert» des Sonntages muss erhalten bleiben. Wird das Sonntagsarbeitsverbot weiter ausgehöhlt, leidet der gesellschaftliche Zusammenhalt, ein weitgehend einheitlicher gesellschaftlicher Wochenrhythmus erodiert.

Im Kern des Arbeitsgesetzes liegt der Gesundheitsschutz und das so bleiben. Die Sonntagsallianz ist überzeugt, dass die Sonntagsruhe für die Gesamtgesellschaft erhalten bleiben muss und die Sonntagsarbeit nur in begründeten Ausnahmefällen erlaubt sein darf – so wie es heute der Fall ist.

Stellungnahme Pa. Iv. Burkart: «Mehr Gestaltungsfreiheit bei Arbeit im Homeoffice»

Die Vorlage sieht eine weitere Flexibilisierung des Arbeitsgesetzes vor. Darin geht es nicht nur um längere Arbeitszeiten und die Kürzung der Ruhezeiten, sondern darum, den Sonntag im Homeoffice als Arbeitstag zu etablieren. Arbeitgeber könnten im Homeoffice neu Sonntagsarbeit anordnen – ohne Bewilligung oder Kontrolle durch die Behörden. Die Folgen wären nicht nur sonntägliche Gratisarbeit, sondern Stress und Burnouts. Privat- und Familienleben würden noch mehr aus dem Gleichgewicht geraten, gerade für Menschen mit Betreuungspflichten.

Wir sind ein breites Bündnis kirchlich-religiöser Organisationen, Arbeitsmedizin und Gewerkschaften. Unsere Allianz beobachtet mit grosser Sorge, dass sich dieser Vorstoss in eine Reihe von Bestrebungen einreiht, die den Sonntag als arbeitsfreien Tag und als Tag der sozialen Kontakte dauerhaft in Frage zu stellen versuchen.

Der Sonntag ist für viele Menschen in der Schweiz ein Tag gemeinsamer Erholung sowie der Pflege sozialer Kontakte und religiös-kirchlicher Traditionen. Dieser «Wert» des Sonntages muss erhalten bleiben. Arbeitet man – gerade im Homeoffice – sonntags zu Hause, stehen diese Werte unter enormem Druck. Umso dringlicher ist es, dass dem Geschäft eine Absage erteilt wird.

Die Sonntagsallianz ist überzeugt, dass die Sonntagsruhe für die Gesamtgesellschaft erhalten bleiben muss und die Sonntagsarbeit nur in begründeten Ausnahmefällen erlaubt sein darf – so wie es heute der Fall ist. Das gilt selbstverständlich auch für Arbeit im Homeoffice. 

Stellungnahme der Sonntagsallianz zur Motion Nantermod: «Arbeitsrecht. Lokalen Geschäften erlauben, sonntags zu öffnen»

Die Motion sieht eine weitere Flexibilisierung des Arbeitsgesetzes hinsichtlich Sonntagsarbeit vor. Wir bitten den Nationalrat, dem Geschäft nicht zuzustimmen.

Wir sind ein breites Bündnis kirchlich-religiöser Organisationen, Arbeitsmedizin und Gewerkschaften. Unsere Allianz beobachtet mit grosser Sorge, dass sich dieser Vorstoss in eine Reihe von Bestrebungen einreiht, die den Sonntag als arbeitsfreien Tag und als Tag der sozialen Kontakte dauerhaft in Frage zu stellen versuchen, insbes. im Detailhandel.

Zeit für die Familie, die Pflege von Freundschaften, sonntägliche Unternehmungen, Besuche von Festen und Gottesdiensten, oder ein ruhiger Tag zu Hause zwecks Erholung und Regenration – das gehört für den grössten Teil der Bevölkerung in der Schweiz zur selbstverständlichen Lebensqualität. Dieser «Wert» des Sonntages muss erhalten bleiben. Hinzu kommt für viele Arbeitnehmende im Detailhandel, mehrheitlich Frauen, eine prekäre Arbeitssituation: geringe Entlöhnung, lange Arbeitstage und fehlende Wertschätzung. Würden die Sonntagsarbeitszeiten ausgeweitet, schränkte das die gesellschaftliche und soziale Teilhabe einer ganzen Berufsgruppe und ihrer Angehörigen massgeblich und unnötig ein.

Die Sonntagsallianz kann nicht zulassen, dass die Belastung des Verkaufspersonals noch weiter zunimmt. Die Arbeitszeiten im Verkauf sind jetzt schon stark dereguliert und belastend. Es wird ein Maximum an Flexibilität verlangt: zerstückelte Einsätze, Abendarbeit, kurzfristige Änderungen. Mehr Sonntagsarbeit verschärft diese Entwicklung und ist auch gesundheitlich belastend für die Mitarbeitenden.

Die Verbände der Sonntagsallianz sehen – wie der Bundesrat in seiner Stellungnahme –  keinen Grund, das Verbot der Sonntagsarbeit weiter zu lockern.

Der freie Sonntag ist für das Wohlbefinden entscheidend und wichtig. Der freie Sonntag ist ein Eckpfeiler des familiären, sozialen, sportlichen, spirituellen und kulturellen Lebens. Die Erwerbsarbeit soll deshalb an diesem Tag auf Dienstleistungen beschränkt werden, die für die Gesellschaft unerlässlich sind.

Von einer ausgeweiteten Sonntagsarbeit sind nicht nur Familien, Beziehungen mit Kindern, Religionsgemeinschaften, familiäre und nachbarschaftliche Betreuungsverhältnisse betroffen – auch die Gesundheit leidet. Denn lange Arbeitstage und Sonntagsarbeit erhöhen die gesundheitliche Belastung. Für die Gesundheit ist die Ruhezeit am Sonntag wichtig. Das gilt für das Verkaufspersonal, aber auch für diejenigen, die am Sonntag einkaufen. Gemeinsame Pausen und eine gemeinsame Regenerationszeit sind wesentlich!

Die Sonntagsallianz ist überzeugt, dass die Sonntagsruhe für die Gesamtgesellschaft erhalten bleiben muss und die Sonntagsarbeit nur in begründeten Ausnahmefällen erlaubt sein darf – so wie es heute der Fall ist.

Es liegt nun am Nationalrat, verantwortlich zu handeln und diesem – sowie den weiteren die bewährte Sonntagsruhe gefährdenden Vorstössen – den Riegel vorzuschieben.

Podiumsdiskussion: Was ist uns der Sonntag noch wert?

30.11.2023, 18.30 bis ca. 19.30 Uhr, anschl. Diskussion und Apéro

Politforum Käfigturm, Bern

In der Schweiz gilt grundsätzlich ein Verbot der Sonntagsarbeit, von dem aber bereits heute verschiedene Unternehmen und Berufsgruppen ausgenommen sind. Nun werden weitere Liberalisierungen dieses Verbots vorgeschlagen und gefordert. So schlägt zum Beispiel Bundesrat Parmelin vor, ausgewählte Läden in den Innenstädten neu an sieben Tagen in der Woche zu öffnen. Und die Wirtschaftskommission des Nationalrates möchte für Unternehmen, die seit fünf oder weniger Jahren existieren das Arbeitsgesetz vollständig aushebeln. Das Sonntagsarbeitsverbot würde demnach für Angestellte dieser Unternehmen nicht mehr gelten. Das sind nur zwei politische Projekte unter vielen.

Diese Entwicklungen sind beunruhigend, weil der Sonntag für das gesellschaftliche Zusammenleben von grosser Bedeutung ist: Er ist Familientag, dient der gemeinsamen Erholung und Entspannung sowie der Pflege sozialer Kontakte im Freundeskreis, in Vereinen oder religiösen Gemeinschaften. Höchste Zeit also, um sich mit den Folgen dieser Politik und insbesondere ihren sozialen und gesundheitlichen Effekten kritisch auseinanderzusetzen.

Im Rahmen einer Carte Blanche des Polit-Forums laden die Evangelische Kirchen Schweiz EKS gemeinsam mit der Sonntagsallianz zu einer Diskussion ein, die fragt: Was ist uns der Sonntag noch wert?

Anschliessend steht für alle Gäste ein Apéro bereit, an dem weiter diskutiert werden kann.

Teilnehmende

  • Christina Aus der Au, Theologin, Kirchenratspräsidentin, Evangelische Landeskirche des Kantons Thurgau
  • Brigitta Danuser, em. Professorin für Arbeitsmedizin Universität Lausanne und ehemalige Präsidentin Schweizerische Gesellschaft für Arbeitsmedizin (SGARM)
  • Ina Auf der Maur, Verkäuferin

Moderation: Leena Schmitter (Gewerkschaft Unia)

Veranstaltungssprache ist Deutsch.

Kommission will Sonntagsarbeitsverbot aufheben: Breite Allianz sagt Nein zum Angriff auf die Sonntagsruhe.

Medienmitteilung der Sonntagsallianz
Bern, 1.9.2023

Die Wirtschaftskommission des Nationalrates hat entschieden, die Pa. Iv. Dobler in einer extremen Variante an den Rat zu überweisen. Kommt die Vorlage durch, dann wäre das ganze Arbeitsgesetz, namentlich das Sonntagsarbeitsverbot, nicht mehr anwendbar auf alle Arbeitnehmenden von neugegründeten Unternehmen in den ersten 5 Jahren, sofern eine Form von finanzieller Mitarbeiterbeteiligung (z.B. Erfolgsprämien oder Aktien-Programmen) Lohnbestandteil ist. Das heisst konkret: In den ersten 5 Jahren gäbe es bei diesen Unternehmen in keiner Branche mehr eine Sonntagsruhe. Der Begriff des «Startups», das in der ursprünglichen Version der Initiative gebraucht wurde, ist in der angenommenen Variante gestrichen worden. Die Aufhebung des Sonntagsarbeitsverbot würde also für alle neugegründeten Unternehmen während ganzen 5 Jahren ab Gründung gelten!

Die Sonntagsallianz ist eine breite Koalition von Organisationen von Kirchen, Frauenorganisationen, Fachgesellschaften und Gewerkschaften, die sich für den Schutz des arbeitsfreien Sonntags einsetzen. Der Sonntag dient der gemeinsamen Erholung und Entspannung sowie der Pflege sozialer Kontakte und religiös-kirchlicher Traditionen. Von einer ausgeweiteten Sonntagsarbeit sind nicht nur Familien, Beziehungen mit Kindern, Religionsgemeinschaften, familiäre und nachbarschaftliche Betreuungsverhältnisse betroffen – auch die Gesundheit leidet.

Die Sonntagsallianz ist überzeugt, dass die Sonntagsruhe für die Gesamtgesellschaft erhalten bleiben muss und die Sonntagsarbeit nur in begründeten Fällen erlaubt sein darf, so wie es heute der Fall ist. Das Arbeitsgesetz sieht ein generelles Sonntagsarbeitsverbot vor. Für die Organisationen unserer Allianz ist dieses Verbot nach wie vor nötig und auch begründet. Die Betriebe, die ein dringendes Bedürfnis oder eine technische oder wirtschaftliche Unentbehrlichkeit nachweisen können, erhalten heute eine Ausnahmebewilligung. Darüber hinaus sehen wir kein Bedürfnis, eine weitere Sonderregelung einzuführen, sondern nur Risiken, die mit einer Ausdehnung der Sonntagsarbeit verbunden sind.

Wir fordern deshalb den Nationalrat auf, dem Geschäft, eine Absage zu erteilen.

Für Rückfragen:

  • Klaus Stadtmueller, Co-Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Arbeitsmedizin, president@sgarm-ssmt.ch
  • Gabriela Allemann, Präsidentin Evangelische Frauen Schweiz (EFS), 078 827 04 85
  • Karin Ottiger, Co-Geschäftsleiterin, Schweizerischer Katholischer Frauenbund (SKF), 078 804 17 77
  • Vania Alleva, Präsidentin Unia, 079 620 11 14
  • Johann Tscherrig, Geschäftsleitung Syna, Leitung Interessens- und Vertragspolitik, 079 611 70 26

Aushebelung der Sonntagsruhe abgewendet!

Ende Januar 2022 hat die Wirtschaftskommission des Nationalrates erneut die Parlamentarische Initiative Schneeberger beraten & ihren bisherigen Entscheid korrigiert: Das Geschäft ist erledigt. Die Sonntagsallianz hat sich von beginn an gegen dieses Geschäft gewehrt und begrüsst über diesen Entscheid!

Die Initiative wollte die Sonntagsarbeit in einem historischen Ausmass ausweiten. Durch sie hätten potenziell 75% der Schweizer Dienstleistungsunternehmen ihre Angestellten an Sonntagen arbeiten lassen.

Der Sonntag ist Familientag, er dient der gemeinsamen Erholung und Entspannung sowie der Pflege sozialer Kontakte und religiös-kirchlicher Traditionen. Von einer ausgeweiteten Sonntagsarbeit sind nicht nur Familien, Beziehungen mit Kindern, Religionsgemeinschaften, familiäre und nachbarschaftliche Betreuungsverhältnisse betroffen – auch die Gesundheit leidet.

Die Sonntagsallianz ist überzeugt, dass die Sonntagsruhe für die Gesamtgesellschaft erhalten bleiben muss und die Sonntagsarbeit nur in begründeten Fällen erlaubt sein darf – so wie es heute der Fall ist. 

Wirtschaftskommission des Ständerates sagt zu Recht «Stopp» zur Aushebelung der Sonntagsruhe

Die WAK-S lehnt die Parlamentarische Initiative Schneeberger («Beim Sonntagsverkauf Klarheit schaffen») ab. Die Sonntagsallianz begrüsst diesen Entscheid. Denn die Initiative sieht eine Ausdehnung der Sonntagsarbeit auf alle Dienstleistungen vor. Das heisst: Die Sonntagsarbeit würde für zahlreiche Angestellte ausgeweitet und gewisse Schutzbestimmungen des Arbeitsgesetzes im Dienstleistungsbereich ausgehebelt.

Die Initiative will die Sonntagsarbeit in einem historischen Ausmass ausweiten. Durch sie könnten potenziell 75% der Schweizer Dienstleistungsunternehmen ihre Angestellten an Sonntagen arbeiten lassen. Diese Gesetzesänderung würde sich somit auf mehrere hunderttausend Arbeitsplätze auswirken.

Diese ausgedehnte Sonntagsarbeit hätte zur Folge, dass sich die Menschen in der Gesellschaft voneinander wegbewegen. Familienmitglieder hätten nicht mehr an den gleichen Tagen frei und könnten so viel weniger Zeit miteinander verbringen. Von einer ausgeweiteten Sonntagsarbeit sind aber nicht nur Familien, Beziehungen mit Kindern, familiäre und nachbarschaftliche Betreuungsverhältnisse betroffen – auch die Gesundheit leidet.

Die Sonntagsallianz ist überzeugt, dass die Sonntagsruhe für die Gesamtgesellschaft erhalten bleiben muss und die Sonntagsarbeit nur in begründeten Fällen erlaubt sein darf – so wie es heute der Fall ist.

Appell der Allianz
Die Sonntagsallianz fordert nun die Kommission des Nationalrates, die das Geschäft als nächstes berät, dazu auf, dieses Zeichen ernst zu nehmen. Sie muss verantwortlich handeln und die gesundheitsschädigende Initiative endgültig vom Tisch wischen.